Was, nur zwei Sorten Honig?
- Birgit Schüler
- 14. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Viele Leute sind erstaunt, dass ich lediglich zwei Sorten Honig im Angebot habe: hellen, blumigen Frühjahrshonig und dunkleren, kräftigeren Sommerhonig.
Der Grund ist eigentlich banal: Ich „wandere“ nicht mit meinen Bienen, sondern betreibe eine traditionelle „Standimkerei“. Die Bienen dürfen das ganze Jahr ungestört in ihren Bienenstöcken hier bei uns am Gaishof verbringen und haben so ausreichend Zeit, um das Beste aus ihrer Umgebung zu sammeln.

Im Frühling zur Zeit der Baumblüte fliegen sie vor allem auf die blühenden Obstbäume unserer ökologisch bewirtschafteten Weide am Gaishof. Daraus gewinne ich den cremigen, zarten Blütenhonig. Und in den Sommermonaten erfreuen sie sich am vielfältigen Buffet aus blühenden Kastanien, Schein-Akazien, Linden und allerlei Garten- und Wiesenblumen in der Umgebung. Das wird der würzige Waldhonig – je später der Sommer desto höher der Baumanteil und desto dunkler und kräftiger der Honig. Ende Juli schleudere ich dann ab, d. h. ich nehme den Honigraum ab und alles, was sie jetzt noch sammeln, belasse ich als Wintervorrat in den Völkern. Daher ist zwar mein Sortiment begrenzt. Die Bienen hingegen müssen sich nie einseitig nur mit Raps, Akazie oder Tanne zufriedengeben, sondern können sich immer sehr vielseitig ernähren.
Dabei lehne ich das „Wandern“ als Wirtschaftsform keineswegs ab. Doch es passt schlichtweg nicht in meine Betriebsweise. Ich hätte weder die Zeit noch die passenden Fahrzeuge, um mit meinen Bienen auf große Fahrt in fette Trachtgebiete zu gehen.
Die Imkerei läuft wie so vieles bei uns auf dem Hof einfach „nebenher“. Und in guten Jahren wie diesem freuen wir uns über viel Honig und in schlechten Jahren gibt's eben keinen – denn dann werfe ich die Schleuder gar nicht erst an, sondern belasse den wenigen Honig in den Völkern.









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